Montag, 19. Juli 2010

Suomenlinna - Die Verteidigung

Suomenlinna. Wie bereits berichtet haben wir diese Insel ja am 9.7.2010 für uns erobern können. Leider muss man davon ausgehen, dass man hier in Finnland nicht nur Angriffsmissionen spielen darf.... Sondern ab und an muss man auch mal seine Verteidigungsanlagen ausbauen. Haben wir bisher leider immer vergessen.... Los ging es damit, dass die Eltern diese Insel dann auch mal sehen wollten. Gesagt getan, wir haben also unsere Insel besucht und wollten wie immer ganz normal die Landschaft genießen. Das Wetter war auch ausreichend schön dazu.
Also haben wir uns gemütlich irgendwo hingesetzt und die Insel bewacht. Aber plötzlich, aus dem Nichts taucht dann dieses finnische Patrouillenboot "L 108" auf. Wir dachten ja zunächst an eine ganz normale Routinefahrt ohne besondere Vorkommnisse....

Aber weit gefehlt. Die Finnen müssen gemerkt haben, dass wir die Insel beschlagnahmt haben und haben mit einem schwerbewaffneten Kampftrupp versucht die Insel zurückzuerobern.
So hat es auch nicht lange gedauert, bis die Insel wieder in Finnischer Hand war. Gegen diese Überzahl schwerbewaffneter Marinefuzzis konnten wir natürlich recht wenig ausrichten.... In der strategischen Kommandozentrale haben wir uns dann neu gesammelt und den Gegenangriff taktisch geplant.
Dabei war völlig klar, dass wir trickreich vorgegen müssen um diese Übermacht zu schlagen. Der Plan war es zunächst einen Spähtrupp vorzuschicken. Dieser sollte überprüfen ob noch irgendwelche funktionstüchtigen Waffen aufzutreiben waren, mit denen wir dann zum Gegenschlag ausholen konnten... Dies stellte sich aber als sehr schwierig da. Denn entweder waren die Waffen viel zu schwer zum Umpositionieren....

...Oder aber, irgendwelche Kinder haben die Waffen mit Spielzeug verwechselt und wollten Sie uns nicht kampflos überlassen. Leider waren es einfach zuuuu viele Kinder auf der Insel; mit denen hätten wir uns unmöglich anlegen können:
Der letzte Ausweg, der uns noch blieb, war es also ein paar lustige Schlägertypen vom Typ "Glatzkopf" anzuheuern, die die gegenerischen Militär-typen ordentlich vermöbeln.
In Finnland ist das garkein Problem, dazu reichen ein paar Kästen Bier, denn solch einer hat hier nämlich einen ganz anderen Wert... :-)

Zack bumm bäng,
und schon sind die paar bewaffenten Hanseln auf Krücken nach Hause gelaufen.

Als Entschädigung haben wir den armen Kerlen dann aber wenigstens noch kleines Häuschen geschenkt. Ein brillantes, architektonisch sehr anspruchsvolles Haus mit Balkon (für die Raucher). 


Wie die Typen allerdings auf ihren Balkon kommen wollen so ganz ohne Tür.....das müssen wir ein andermal klären... ;-) Auf jeden Fall sind die bis dahin lange genug beschäftigt und wir können vorläufig unsere Insel wieder behalten. :-)

Sonntag, 18. Juli 2010

Nuuksio

Am Sonntag musste dann schon wieder früh aufgestanden werden. Also vor 12. Denn es sollte einen Ausflug mit den Eltern zum Nuuksio Nationalpark geben. Da waren wir zwar schonmal, aber das heißt bei diesem Park natürlich garnichts, denn er ist sooo riesig, dass man da ruhig mehrmals hin darf.
45 km². Das Gelände besteht laut Wikipedia  aus steilen Felsen, Wäldern, Mooren und Seen. Dies galt es nun also zu überprüfen, denn am Ende muss ich noch den Wikipediaartikel neu schreiben...



Nun gut, wir waren natürlich wieder mit einer optimalen Grillausstattung ausgestattet und haben schon Beweisfoto 1 geschossen: Ein Wald. Wikipedia irrt also in diesem Punkt schonmal nicht: 
Anzahl Bäume >= 10 = Wald. Aber dann....Auf einmal kamen wir völlig unverhofft zu einer Ampel??? Davon stand nichts auf Wikipedia....Es muss auf jeden Fall eine finnische Ampel sein, denn wir wollten warten bis es GRÜN wird, die Farbe gabs aber garnicht...
Also mussten wir notgedrungen die Verkehrsregeln etwas brechen und sind bei "blau" einfach weitergelaufen. Und zack, Beweisfoto Nummer zwei: Ein See
Na toll, Ein See in Finnland, das beweist ja mal noch garnichts. Es mussten also noch weitere Nuuksio-Nationalparktests durchgeführt werden. Zum Beispiel der Felsen-Test. Dazu musste ich völlig ohne Bergsteigerausrüstung bis ganz nach oben, um anschließend den Härtegrad zu überprüfen. Hätte ja auch ein Papp-Felsen im Hollywoodstil sein können.
Aber nein, alles echt. Und von dort oben hat man auch einen super Überblick gehabt und konnte auch das Beweismaterial 4 sichern: Ein Moor. Mit dem Namen Mustalampi. Naja, eigentlich ist das ja auch ein See, aber wir wollen den Wikipedia-Artikel ja nicht neuschreiben lassen... also ist es jetzt für heute einfach mal ein Moor.

Und das allerbeste an diesem "Moor": Man kann dort grillen. Was sonst....



Dann ging es nach zig Stunden auch schon wieder auf den Heimweg.... Die Waldwege waren ziemlich hölzern und schwer zu begehen, deshalb war es auf jeden Fall notwendig nochmal einen Zwischenstop einzulegen...


Nämlich... an einem See. Oder Moor. Oder doch einem See?


Auf jeden Fall haben wir die letzten Brotvorräte an die Enten verfüttert. Jetzt mögen sie uns.


Und das Fazit: Wikipedia irrt nie ;-)

Samstag, 17. Juli 2010

Stadtbesichtigung Porvoo



Porvoo. Da waren wir nun also. Plan hatte ich keinen, aber ich habe von WIkipedia die Information geklaut, dass die Stadt Porvoo, gelegen an der alten Königsstraße, bereits im 13. Jahrhundert ein bedeutendes "Handelszentrum" war. Die Stadt erhielt 1346 vom schwedischen König Magnus Erikkson die Stadtrechte und ist damit nach Turku (schw. „Åbo“) die zweitälteste Stadt Finnlands. Cool.


Natürlich wollten wir mal abchecken, ob es sich nur um eine Touri-Attraktion handelt, oder ob es wirklich eine "Old-School-City" ist. In jedem Fall gab es schonmal ein paar alte Häuser.... und zwar zuhauf...
Auf jeden Fall müssen die Leute dort damals schon sehr intelligent gewesen sein. Sie haben nämlich eine Kirche gebaut, deren AUFGEMALTE Uhr 2x am Tag die richtige Uhrzeit anzeigt. Nicht schlecht. "Normale" Uhren, die 1 min vorgehen zeigen NIE die richtige Zeit an... Sehr clever :-)
Es gab dort auch ein paar echte Old-School-Geschäfte, die noch richtig Old-School-Werkzeug verkauft haben. Eben solches Equipment, wie sie damals im 14 Jahrhundert zum Holzhacken benutzt haben....
Auch die Fischerboote waren noch original Old-School....
Am meisten war ich natürlich von der Old-School-Gartenbaukunst im hohen Norden fasziniert. Ein echter Bio-Anbau von ehm ja, weiß garnicht so genau.
Dann zack, schnell zurück aufs Schiff. Denn wir hatten ja nur 2 Stunden Aufenthalt. Vorher gabs aber noch ein 1-Euro-Eis beim Hesburger. Ein original Old-School finnisches Restaurant ;-)

Schifffahrt nach Porvoo

Samstag. Immer noch die Eltern zum Besuch. Das bedeutet natürlich, dass nach wie vor total extremstes Touristenprogramm angesagt war. Also: Eine Schifffahrt nach Porvoo. 3 Stunden Hin, 2 Stunden Aufenthalt und 3 Stunden mit dem Schiff wieder zurück. Natürlich hätten wir theoretisch ja ein Schiff der Komfort-Deluxe-Klasse nehmen können.... Aber nein, wir hatten natürlich ein Boot der Supertouristen-Klasse mit mehr Touristen als es Einwohner in Finnland gibt... ;-)
Nicht dass das weiter schlimm gewesen wäre.... Aber die Sonne war so extrem heiß, dass ich glatt die äh ja,  "Weichei-Device "Regenschirm"" auspacken musste, um zumindest notdürftig der mächtigen finnischen UV-Strahlung zu entkommen. Die Schiffe der Supertouristenklasse haben nämlich kein UV-Schutz on board.
Nur so konnte ich so lange überleben, um anschließend jede Insel, an der wir so vorbeigefahren sind, zu fotografieren und katalogisieren. Und ja, es waren mächtig viele. ;-) Aus strategischen Gründen habe ich alle Inseltypen im "Martin-Albert-Schema" kategorisiert. Hier also die vier Kategorien an Inseltypen mal zusammengefasst:

Inseltyp 0: Wasser
Wasser ist definitionsgemäß keine Insel und wird deshalb als Insel vom Typ 0 bezeichnet. Wird nur der Vollständigkeit halber hier aufgeführt.

Inseltyp 1:
Der absolut sinnlose Steininsel-Typ:
Ist einfach nur da und hält die Schiffe auf. Hat ansonsten keinen besonderen Nutzen und lohnt sich definitiv  nicht zu erobern. Bodenschätze ebenfalls unwahrscheinlich.

Inseltyp 2:
Der mäßig sinnvolle bewaldete Mini-Insel-Typ
Ist zwar fast genauso sinnlos wie Typ 1, man hat aber immerhin noch einen Baum drauf, der Schatten spendet  bzw. im Winter für eine Runde Brennholz gut ist. Eine Eroberung lohnt sich nur in Ausnahmefällen.

Inseltyp 3:
Der unbewohnte bewaldete Kleininsel-Typ mit großen Steinen:
Hier kommen wir schon in den Bereich der sinnvollen Inseltypen. Einsame Inseln MIT Wald, optimal für eine Partie "Siedler 8" zu spielen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Stein- und Holzvorräte nicht ausgehen und dass man auch etwas Eisen, Kohle und Gold dort findet.

Inseltyp 4:
Der große bewohnte Inseltyp
Har. Auf diesen Inseltyp muss man natürlich voll abfahren. Wenn dort schon irgendwelche Random-Leute zumindest mal ein Ferienhaus haben, wird es auch schon einen Grund dafür geben. Erst hier gibt es dann den ganzen Spielspaß: Echte menschliche Gegner, die die Insel verteidigen werden ;-)

Natürlich darf man sich nicht von dem inoffiziellen Inseltyp 5 täuschen lassen:
Die Fake-Insel. Sieht aus wie Land, ist aber nur Schilf. Wer dort vom Schiff hüpft erlebt eine nasse Überraschung ;-)

Achso. Hab dann den Regenschirm auch mal weggepackt, wir waren nämlich (fast) da

Hab "nebenbei" auch noch den bösen bösen Tony ertappt. Nämlich mit meinem 16x optischen Zoom. Hier konnte ich hier ein Beweisfoto bringen.... dann hoffen wir doch mal dass die Melli den Blog hier nicht liest.... ;-) Sonst findet sie noch raus, dass der Tony ein Boot hat...

Freitag, 16. Juli 2010

Eltern zum Besuch...

Juhu. Mal wieder gabs am Wochenende Besuch. Diesmal: Die Eltern. Das sind in der Regel sehr wichtige Besucher, denn sie bringen sehr wichtige Dinge von zu Hause mit. Wie z.B. Das Staubsauger-Ding, das vorne drauf kommt. Hab vergessen wie das heißt. Dieses Staubsauger-Ding eben, damit man besser saugen kann und nicht nur ein Rohr hat. Kapiert? ;-) Oder natürlich original Aldi-Spagetti mit ordentlich Glutamatsoße. Endlich wieder gescheites Essen. ;-) Billigen Pfälzer Wein haben wir jetzt auch. Mit der Plörre wollen wir versuchen ein paar Finnen zu beeindrucken, damit sie uns auf ihr Sommerhaus mitnehmen ;-)
Egal, erstmal mussten wir natürlich die Eltern bespaßen. Damit sie auch das nächste Mal wieder gescheite Sachen mitbringen. ;-) Und was kann man mit den Eltern so alles machen? Genau. Auf ne Insel fahren und öh grillen. Mit dem Aldi ääh Lidl-Survival-Package und dem (immer noch) obermodischen Werbegeschenk-Picknickrucksack. Inzwischen kann ich natürlich schon genug finnisch um zu wissen, dass Grill-Meister auf finnisch "grilli mestari" heißt. Also habe ich das ganze professionell wie immer in die Hand genommen.
Und mit gescheitem Grillanzünder und Holzkohle war das mit dem Feuer logischerweise kein Problem.... Lief alles genauso wie in Kaiserslautern und wir konnten zügig essen. Natürlich weicheimäßig im Schatten, denn es hatte ca. 30° im Schatten ;-)
Gefährlich an Finnland ist aber etwas ganz anderes. Theoretisch hatte ich den Grill also bestens im Griff, so dass ich mir erstmal ordentlich Lidl-Cola reingepfiffen habe....
Und im drogenmäßigen Cola-Flash der festen Überzeugung war..... "Den Möven ist der Grill auf jeden Fall zu heiß.... die klauen vom Feuer garantiert nichts, die sind ja nicht lebensmüde"......
Bis ehm, tja.... so schnell kann man garnicht gucken... war das Fleisch auch schon weg. Keine Ahnung wie der das große Stück später gegessen hat.....Zum Glück waren wir eh schon satt, sonst hätte man nochmal auf Vogeljagd gehen müssen ;-))) Immerhin hat er brav geteilt.....
Anschließend natürlich wieder ein paar Standard-Insel-Aktionen:
Fotos knippsen, schwimmen, Wasser angucken.
Der Aufmerksame Leser hat sofort erkannt: Ja, es handelt sich schon wieder um Uunisaari. Ist schließlich seit letzter Woche unsere Insel, weiß nur noch keiner. ;-)

Montag, 12. Juli 2010

Uunisaari

Es war der 12.07.2010. Wer glaubt die große "Wir erobern eine Insel"-Tournee ist schon vorbei, der hat sich logischerweise gewaltig geschnitten. Leider kommt mein Gehalt der europäischen Chemikalienbehörde immer erst am 15. des Monats, so dass es uns bislang noch nicht möglich war "vernünftiges" Kriegsgerät anzuschaffen, z.B. in Form eines russischen Atomuboots oder ähnlichem. Ein Atomuboot hätte es schon sein müssen, denn die konventionellen Uboote kann man sich in Helsinki sowieso gleich garnicht leisten, denn die einzige Schifftankstelle hat horrende Preise von 1,639 € / Liter Superbenzin, siehe Foto.

Folglich konnten wir diesmal nur einen kleinen Wurf landen und uns die allernächste Insel "Uunisaari" vorknöpfen. (Heisst laut google translator soetwas wie gebackene Insel???) Klang auf jeden Fall nach ordentlich was zum Essen, sehr fein :-)
Natürlich blieb uns aus obigen Gründen wieder mal nichts anderes übrig als die "ganz normale" Touri-fähre zu nehmen, kostet also 3,50 € für einen kurzen Trip von ca. 1 Minute. Man hätte ja fast rüberhüpfen können, denn bis zur Insel Uunisaari sind es echt nur ein paar Meter....Egal. Unser Touri-Boot hatte logischerweise wieder die Finnische Tarnfahne, so dass wir nicht als Piraten aufgefallen sind.
Dann waren wir also auch schon da. Und wie man hier schön sieht: Man ist echt nur 100 Meter vom Festland weg ;-)


 Natürlich wollten wir gleich den Finnen erklären, dass die Insel jetzt durch uns erobert wurde. Harr! Die Insel ist jetzt uns!. Leider hat uns logischerweise dort keiner verstanden und wir konnten auch einfach nicht genug finnisch...... Das ist natürlich für eine Eroberung total blöd. Also haben wir uns kurzerhand ein finnisches Lehrbuch für 63,50 € gekauft und zack, versucht die Lektion 1 zu lernen. Das Buch heisst "Yksi, Kaksi, Kolme". Wie man eine Insel erobert stand in der ersten Lektion noch nicht drin.....
Minä olen Martin. Weiter sind wir noch nicht groß gekommen. Also zack, ein zweites Lehrbuch gekauft....
Mit dem Titel "Suomen mestari". Und ebenfalls die Lektion 1 versucht zu lernen....
"sinä olet Cathrin". Toll. Bis zum Insel erobern dauert das ja EWIG!
Zum Glück kann man noch mehr auf Inseln machen, außer den Finnen zu erklären, dass die Insel jetzt uns gehört. Dazu eine Zusammenstellung der beliebtsten Insel-Aktionen

Insel-Aktion Nummer 1:
lustige Insel-Fotos machen.
Insel-Aktion Nummer 2:
Sinnlos aufs Wasser gucken.
Oooooder, auch sehr beliebt:
Insel-Aktion Nummer 3:
Schwimmen


Mal sehen ob das auch auf anderen Inseln so funktioniert.... ;-)